Informationen zur Veranstaltung
Bitte beachten Sie, dass die Beginnzeit von 20 Uhr auf 19 Uhr vorverlegt wurde.
Dauer: 4 Std. inkl. 2 Pausen
Wiener Philharmoniker
Marc Albrecht, Musikalische Leitung
Vera Nemirova, Regie
Daniel Richter, Bühnenbild
Klaus Noack, Kostüme
Besetzung
Patricia Petibon, Lulu (Foto: Monika Rittershaus)
Tanja Ariane Baumgartner, Gräfin Geschwitz
Cora Burggraaf, Eine Theatergarderobiere
Cora Burggraaf, Ein Gymnasiast
Pavol Breslik, Der Maler
Pavol Breslik, Ein Neger
Michael Volle, Dr. Schön, Chefredakteur
Michael Volle, Jack
Thomas Piffka, Alwa, Dr. Schöns Sohn, Komponist
Franz Grundheber, Schigolch, ein Greis
Thomas J. Mayer, Ein Tierbändiger
Thomas J. Mayer, Ein Athlet
Heinz Zednik, Der Prinz
Heinz Zednik, Der Kammerdiener
Oper nach Frank Wedekinds Tragödien Erdgeist und Die Büchse der Pandora, 3. Akt hergestellt von Friedrich Cerha
Neuinszenierung
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
"Jetzt, wo ich es überblicke, bin ich erst recht von der tiefen Moral des Stückes überzeugt, Lulus Auf- und Abstieg hält sich die Waage; in der Mitte die große Umkehr, bis sie schließlich – wie Don Juan – vom Teufel geholt wird. Ich sage absichtlich – wie Don Juan – nicht um mich, um Gotteswillen!!! mit Mozart zu vergleichen, sondern nur, um die zwei Figuren Lulu und Don Juan gleichzustellen.“ (Alban Berg, 1934)
Wedekinds Lulu-Tragödien thematisieren die unbedingte Kraft des Eros in mythischer Eindringlichkeit. 1928 bestimmte Berg sie als Vorlage für seine zweite Oper, die 1934 im Particell vollendet war; bis zu seinem Tod konnte er allerdings nur die ersten beiden Akte fertig orchestrieren.
Lulu umgibt die verführerische Aura des Naturhaft-Ungezähmten. Eine erinnerungslose „Nachtwandlerin der Liebe“ (Karl Kraus), die sich jenseits konventioneller Moral bewegt, scheint sie für ihre männliche Umwelt nur als Projektion, als Bild zu existieren und entzieht sich doch jeder Kontrolle: Lulu bringt die Männer aus der Fassung, verhöhnt ihre Besitzansprüche, erschüttert ihre bürgerliche Ordnung. Und so wird Vergeltung geübt: Lulus gesellschaftlichem Aufstieg folgt ihre Erniedrigung im Zuge der „Revanche einer Männerwelt, die die eigene Schuld zu rächen sich erkühnt“ (Kraus).
Stand: Februar 2010 - Änderungen vorbehalten